Saisonstart

Saisonstart

Zucker- und Wassermelonen-Saison mit kleiner Produktion

In diesem Frühjahr wurden in den Gewächshäusern in Almería weniger Zucker- und Wassermelonen angebaut. Die Fläche für Zuckermelonen wird voraussichtlich 3.050 ha betragen. Das sind 105 ha weniger als noch in der vergangenen Kampagne und entspricht einem Rückgang von 5 %. Bei Wassermelonen geht die Schätzung von einer Fläche von 11.850 ha aus, was 6 % weniger bedeuten würde als noch 2020/21 (12.575 ha).

Daphne Schmidt

Die Wassermelonensaison in Almería startete mit einem geringeren Angebot und kleineren Kalibern als gewöhnlich Derzeit läuft die Ernte der frühesten Sorten weiter, die sich aufgrund des Wetters mit tagelangem Regen, Calima (sog. Sandwind aus Afrika), Wolken und niedrigere Temperaturen nicht gut entwickeln konnten. Der Lichtmangel, der durch die Calima-Einbrüche und Bewölkung während der Blütenbestäubung und des Fruchtansatzes der frühen Wassermelonen verursacht wurde, hat zusammen mit häufigen Niederschlägen die Aktivitäten der Bestäuberinsekten behindert. Die Bienen aus den Bienenstöcken brachten nicht die erwarteten Ergebnisse ihrer Arbeit, die sie bei optimalen Bedingungen erfüllt hätten.

All diese Faktoren haben die Entwicklung der Früchte sowie den Erhalt der Bixgrade, der Indikator für den natürlichen Zuckergehalt, der für einen ausgezeichneten Geschmack erwünscht wird, erschwert. Was die Wassermelonensorten angeht, sind die gestreiften und schwarzen Varietäten durch ihre gute Haltbarkeit während des Transports und ihres hervorragenden Geschmacks weiterhin die beliebtesten, während Mini-Wassermelonen überwiegend im Bio-Anbau eingesetzt werden. Die Zuckermelonenkampagne hat mit guten Preisen begonnen, aber die Mengen, die in den ersten Maiwochen geschnitten wurden, sind – so wie bei Wassermelonen auch – kleiner als im zurückliegenden Jahr. Was die Sorten betrifft, geht der Produktionsanstieg von Honigmelonen und Piel de Sapo zu Lasten der Galia und Cantaloup weiter, da sie über eine längere Haltbarkeit verfügen. Hervorzuheben ist, dass es hier einige interessante Neuheiten gibt, darunter eine runde, weiße Melone mit grünen Flecken. Die Erzeuger dieser neuen Sorte sind bisher mit den Ergebnissen zufrieden. Solche Innovationen ermöglichen es ihnen, sich zu differenzieren und bedeuten einen kleinen Impuls für den almeriensischen Zuckermelonenanbau.

Die Wassermelonensaison startete in Almería mit einem geringeren Angebot und kleineren Kalibern. Foto: Daphne Schmidt

Biologische Kontrolle

Was die biologische Kontrolle bei Zucker- und Wassermelonen in Almería betrifft, so gibt es in dieser Saison keine größeren Veränderungen. Nach Daten der Landwirtschaftsdelegation der andalusischen Landesregierung beläuft sich die biologisch kontrollierte Fläche bei Wassermelonen auf 1.150 ha und bei Zuckermelonen auf 570 ha. Das entspricht rund 10 % bzw. 19 % der Kulturen. Und es wird weiterhin daran gearbeitet, ihre Vorteile durch verschiedene Aktivitäten bekannt zu machen, wie bspw. durch die von Coexphal in Zusammenarbeit mit Costa de Níjar und Biomip im Rahmen des europäischen Projekts IPMWorks organisierte Tagung, bei der die Landwirte die Ergebnisse der Anwendung der biologischen Kontrolle bei der Blattlausbekämpfung bei Mini-Melonen sehen konnten.

Kommende Wochen

Zurzeit (KW 19) hat sich das Wetter in Almería stabilisiert. Die Sonne ist zurückgekehrt und die Temperaturen sind mit rund 30º C deutlich gestiegen. Die Früchte werden jetzt erwartungsgemäß kontinuierlich weiterreifen. Überschneidungen sind derzeit nicht in Sicht und auch kein starker Erntehöhepunkt hauptsächlich durch die hohen Fehlmengen. Wie Adoración Blanque, Generalsekretärin der Agrarorganisation Asaja-Almeria gegenüber dem Fruchthandel Magazin erklärte, wird „der Rückgang bei Wassermelonen auf rund 40 % geschätzt und bei Zuckermelonen zwischen 20 % und 25 %.“ Die Kulturen verzeichnen wetterbedingt eine Verspätung von 15 Tagen. Beide Produkte aus den Gewächshäusern Almerías werden voraussichtlich bis Mitte Juni verfügbar sein und Freilandwassermelonen aus dem Gebiet von Pulpí im Norden der Provinz im Juli. Jetzt hoffen die Vermarktungsunternehmen, dass es auch in den Bestimmungsländern sonnig und heiß wird, was den Konsum ankurbelt.

Nächste Gemüsekampagne

Trotz der schwierigen aktuellen Situation bei Zucker- und Wassermelonen ist die Stimmung bei den Landwirten in Almería im Allgemeinen positiv. Diee Wintersaison ist gut gelaufen, aber „sie machen sich bereits Sorgen um die kommende Kampagne,“ so Adoración Blanque. „Im Gebiet von Berja wurden schon die ersten Paprikapflanzen gesetzt. In diesem Jahr sind die Kosten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß gestiegen und es ist nicht zu erwarten, dass sie sinken werden. Was sie beunruhigt, ist, dass es in der nächsten Saison wahrscheinlich nicht diese perfekte Situation für sie geben wird wie in diesem Jahr, als die Niederlande nicht ihre gesamte Produktion pflanzen konnten und es in Marokko eine Dürre gab. Sie befürchten, dass dann die Preise nicht mehr stimmen und die Kosten nicht gedeckt werden können.“

Vor kurzem fand in Almería im Rahmen des europäischen Projekts IPMWorks eine Tagung statt, bei der sich die Landwirte über die Anwendung der biologischen Kontrolle informierten.